Ein nach Süden ausgerichtetes Wohnzimmer um 14 Uhr im Juli, dunkle Wände, die die Wärme speichern, ein klebriges Samtsofa: Wir alle kennen diesen Moment, in dem die Deko, die wir im Winter geliebt haben, im Sommer zum Problem wird. Die Einrichtung an große Hitze anzupassen, ohne alles herauszureißen oder den eigenen Geschmack aufzugeben, ist eine ganz praktische Gestaltungsaufgabe. Die Wahl der Materialien, Farben und Textilien kann den Komfort eines Raums spürbar verbessern.
Einen Raum ohne größere Umbauarbeiten hitzetauglich gestalten
Ausgangspunkt ist eine typische Situation: ein nach Süden oder Westen ausgerichteter Raum, dünne Innenrollos und ein dunkler Bodenbelag. Die Temperatur steigt schnell, und der erste Impuls ist, einen Ventilator oder eine Klimaanlage einzuschalten. Doch bevor es so weit kommt, lässt sich der Wärmekomfort mit einigen Einrichtungsentscheidungen verbessern.
Außenliegender Sonnenschutz (verstellbare Rollläden, Markisen, Sonnenschutzlamellen) ist die wirksamste Maßnahme, um die Hitze abzuhalten, bevor sie ins Haus gelangt. In einer Mietwohnung kann man ihn nicht immer anbringen, aber es gibt auch Möglichkeiten, die man selbst umsetzen kann: Vorhänge, Kissen, Teppiche und Wandfarben.
Ein Vorhang aus hellem, schwerem Leinen vor einer großen Fensterfront filtert einen Teil der Sonneneinstrahlung, ohne den Raum völlig abzudunkeln. Ein synthetischer Teppich lässt sich durch einen Teppich aus Naturfasern (Jute, Sisal, gewebte Baumwolle) ersetzen – das verändert das Gefühl beim Betreten des Bodens. Weitere praktische Ideen dieser Art finden Sie in der Rubrik Wohnen von Officiel News, die sich sowohl mit Einrichtung als auch mit dem Wohnkomfort im Alltag beschäftigt.
- An sonnenbeschienenen Wänden helle oder neutrale Farbtöne bevorzugen: Sie reflektieren mehr Licht und nehmen weniger Wärme auf als anthrazitfarbene oder nachtblaue Wände.
- Sofabezüge aus Baumwolle oder Leinen statt aus Samt oder Polyester wählen, da diese Materialien die Körperwärme speichern.
- Helle Verdunkelungsvorhänge schweren, dunklen Vorhängen vorziehen, die das Fenster in einen passiven Heizkörper verwandeln.

Farben und Materialien für ein ganzjährig angenehm kühles Zuhause
Die Farbwahl in einem Zuhause ist nicht nur eine Stilfrage. Eine gebrochen weiße Wand bleibt kühler als eine schwarze – das ist Physik. Trotzdem ergibt es keinen Sinn, aus Angst vor Hitze die gesamte Wohnung weiß zu gestalten, wenn einem das Ergebnis nicht gefällt.
Die Lösung liegt darin, jeden Raum einzeln zu betrachten. Kräftige Farben (Terrakotta, Waldgrün, Petrol) eignen sich für wenig sonnenbeschienene Wände oder nach Norden ausgerichtete Räume. Wände, auf die mehrere Stunden am Tag direkt die Sonne scheint, wirken in hellen Tönen oder entsättigten Pastellfarben angenehmer.
Die Tücke billiger Wandfarben
Neben der Farbe ist auch die Zusammensetzung der Wandfarbe für die Qualität der Raumluft entscheidend. Manche Farben geben noch mehrere Wochen nach dem Streichen flüchtige organische Verbindungen (VOC) ab. Eine emissionsarme Farbe, erkennbar am Umweltzeichen, trägt zu guter Atemluft bei – besonders im Schlafzimmer oder in einem schlecht belüfteten Raum, in dem im Sommer die Fenster während der heißesten Stunden geschlossen bleiben.
Möbel aus Massivholz und Rattan fühlen sich auch bei warmem Wetter angenehm an. Glas- oder Keramikplatten speichern keine Wärme. Ein großes Kunstledersofa in einem kleinen, schlecht belüfteten Wohnzimmer wird dagegen schnell unangenehm, sobald die Temperatur steigt.
Die Einrichtung Raum für Raum individuell gestalten, ohne alles neu zu machen
Ein Zuhause zu schaffen, das die eigene Persönlichkeit widerspiegelt, erfordert nicht unbedingt eine komplette Neugestaltung. In den meisten Fällen reichen drei schnelle Veränderungen: Textilien, Dekoobjekte und Beleuchtung.
Textilien und Deko: das Duo, das einen Raum verwandelt
Neue Kissen, Bettwäsche, Vorhänge und ein Teppich verändern die Atmosphäre eines Schlafzimmers innerhalb weniger Stunden. Wer höchstens zwei oder drei Farben aufeinander abstimmt, vermeidet einen unruhigen Gesamteindruck und lässt trotzdem Raum für die eigene Persönlichkeit. Ein Reisemitbringsel als Kissen, eine auf dem Flohmarkt entdeckte Vase, ein gerahmtes Poster: Solche Gegenstände erzählen eine Geschichte und verleihen dem Raum eine persönliche Note, statt ihn wie aus einem Katalog wirken zu lassen.
Küche und Bad werden oft vernachlässigt. Ein neues Set Leinentücher, ein Utensilienbehälter aus Steinzeug oder ein Spiegel mit einem Rahmen aus naturbelassenem Holz reichen aus, um den Räumen Charakter zu verleihen – ganz ohne Umbauarbeiten.
Beleuchtung und Raumgefühl
Eine einzelne Deckenleuchte in der Raummitte lässt den Raum flach wirken und erzeugt kaltes Licht. Mehrere Lichtquellen (Leselampe, Wandleuchte, dezente Lichterkette) ermöglichen es, die Atmosphäre je nach Tageszeit anzupassen. Im Sommer sorgt warmes, indirektes Licht dafür, dass man die Rollläden gern halb geschlossen lässt, ohne sich eingesperrt zu fühlen.

Wiederverwendete Materialien in der Einrichtung: Darauf sollten Sie achten
Ein altes Fensterladen als Kopfteil, wiederverwendete Ziegel für eine Akzentwand oder Baustellenbretter als Regale: Der Look ist reizvoll, doch ein altes Bauteil ist nicht automatisch sofort einsatzbereit.
Feuerbeständigkeit, Stoßfestigkeit und die Vereinbarkeit mit den geltenden Normen müssen geprüft werden. Holz, das mit einem heute verbotenen Mittel behandelt wurde, sollte nicht im Kinderzimmer landen. Das Aussehen eines alten Materials sagt nichts über seine Gebrauchssicherheit aus.
In der Praxis schleift man das Material ab, behandelt es bei Bedarf und stellt sicher, dass die Befestigung für das tatsächliche Gewicht des Gegenstands geeignet ist. Ein schlecht befestigter Spiegel aus wiederverwendetem Gusseisen stellt ein echtes Risiko dar – besonders in einem Wohnraum.
Das eigene Zuhause nach dem persönlichen Geschmack und den eigenen Komfortbedürfnissen – auch in Bezug auf die Temperatur – zu gestalten, hängt von der gezielten Wahl der Materialien, Farben und Textilien ab. Räume, die besonders stark der Sonne ausgesetzt sind, verdienen bei der Auswahl von Bodenbelägen und Stoffen besondere Aufmerksamkeit. Alles andere ist eine Frage der Balance zwischen dem, was man gern ansieht, und dem, was sich mitten im August angenehm anfühlt.



